Print

Vorbereitung

Nun, es soll also nach Irland gehen. Eher Zufall, aber nach kurzer Überlegung sicher auch kein schlechtes Ziel.  Also musste nur das Motorrad vorbereitet werden. Neues Kofferset, kleine Inspektion und gut. Kurzer Blick auf die Temperaturen - zur Inspektion möchte also auch noch ein Set Heizgriffe an die MT-10. Also hin zur Werkstatt - tja, und festgestellt das die Reifen auch sicher nicht noch ne Runde um die Insel überleben würden. Also die auch noch damit nicht noch nen Tag der Reise für eine Werkstatt draufgehen muss.

Die Route:

Zuerst geht es von Basel nach Köln. Zum einen weils da eine gute Übernachtungsmöglichkeit gibt und zum anderen weil sich da der Kollege dazugesellen wird (ok, eigentlich bin ich es der sich dazugesellt da es nicht meine Idee war - aber Details ;) ). Von Köln wird es dann ab nach Holland zur Fähre gehen.

 

Tag 1: Basel - Köln

Oder: Es hätte so schön sein können. Geplant war die Route ohne Autobahn, nur über die Landstrassen. Ein kleiner Abstecher nach Koblenz um nen Schiff zu besuchen - und dann weiter nach Köln. Leider scheint sich der liebe Gott entschlossen zu haben mir das irische Wetter schon einmal zeigen zu wollen. Regen, starker Regen und mehr Regen. Also direkt die Route im Navi auf "Schnellster Weg nach Köln" gestellt. Gut das ich die Klamotten noch eben mit Impregnierspray behandelt habe. Schlecht das ich bei der Hose vergessen habe die Taschen zuzumachen. Also ab Freiburg schon bereits durchnässt. Nur eine hat sich gefreut: Die Ente ist jetzt wieder sauber :D

 

Tag 2: Köln - Hook von Holland

Leider nicht wirklich viel zu sehen - reines Autobahnfahren. Geschwindigkeiten von 120-140 sind zum Glück mit den Koffern kein Problem mehr, allein dafür hat sich das Set schon gelohnt. Mit den vorherigen Satteltaschen war alles über 120 schon gewöhnungsbedürftig weil der Verschluss nur mit Klettbändern unter der Sitzbank war. Aber da es scheinbar der Tag des Traktors war konnte man die Landstrassen einfach vergessen. Also nur schnell hin, direkt am Fährhafen noch schnell ein paar fritierte Fischteile gegessen und rauf auf die Fähre. Motorrad verspannt, rein in die überraschend grosse Kabine und runter aufs Sonnendeck. Erstes Bier der Tour, ein Murphy. Nicht die beste Wahl, das zweite ging da schon deutlich besser. Zumindest ist die Stena-Fähre gut ausgestattet - mit mehreren Restaurants und einigen kleinen Bar's. So lässt sich bei gutem Wetter das Bier auch auf dem "Sonnendeck" genießen.

 

Tag 3- England

Morgens mit der Fähre in Harwich angekommen. Ziel des Tages: Die Fähre 7h später auf der anderen Seite von Holyhead zu bekommen. 550 KM, 2 Tankstops und die Autobahn auf Links. Entsprechend gibt es hier keine Bilder da kein Stop dafür eingelegt wurde. Dafür die Fähre noch bekommen und in Dublin gegen 18:00 im Radisson Downtown eingecheckt. Ausser Autobahn auch wieder nicht viel gesehen, was schade ist die letzten 20-30 km vor Holyhead sahen recht interessant aus. Aber ok, es gibt ja noch nen Rückweg. In Dublin dann erst mal durch 2-3 Pubs gelaufen - Ziel der Tour ist also bereits erreicht. Irland betreten, lokales Bier in nem Pub getrunken. Ab jetzt kanns also nicht mehr schlecht werden da das Urlaubsziel erledigt ist. Alles andere ist Bonus!

Tag 4 - Dubln - Kilkenny

So, endlich gehts richtig los. Nach Süden raus aus dem Verkehr von Dublin. Durch die Nationalparks dann richtung Kilkenny. Zum Anfang der Tour über kleinere Landstrassen im Gebirge - vorbei an vielen Radfahrern,Schafen und PKWs.

Später dann runter ins Flachland. Hier dann eher weniger der weite Ausblick ins Land dafür fängt es hier an grün zu werden. Strassenmässig generell gute Strassen auch wenn es manchmal ganz schöne Buckelpisten sind.

 Am Ziel in Kilkenny angekommen dann noch die kleine Touri-Runde mit schnellem Rundlauf durch die Stadt, abends noch Essen und das Feierabendbier genießen. Natürlich auch noch kurz das lokale Bier getestet - besser als Murphy, aber auch noch nicht das ganz grosse Glück.

Tag 4 - Kilkenny - Baltimore

Endlich Ozean in Sicht. Oder zumindest das Gefühl der wäre in Sicht wenn nicht der Nebel morgens wäre :). Nichts destotrotz eine angenehme Tour, mal am Wasser lang, mal wieder durch die Landschaft. Am Ende des Tages bei Rolf's Country-Hotel angekommen, eine durchaus gute Empfehlung für den Abend. Leider kein Restaurantbetrieb am Montag (aber genug zu Essen in der Nähe!) aber dafür ein recht gutes Zimmer, freundliche Leute und auch eine persönliche Begrüssung.

Zumindest schon mal dicht am Wasser!

 

Und auch am Abend noch nett - sogar der Nebel ist weg

Und wenns keinen Nebel gibt - dann gibts auch ein gemütliches Feierabend-Bier am Abend mit Sonne im Hintergrund.

Tag 5: Baltimore - Kenmare

Heute den untersten der Ringe gefahren. Oder versucht. Leider war das Wetter eher bescheiden. Entweder gab es Regen oder Nebel (oder beides). Entsprechend wenig gute Aussichten waren vorhanden. Kleiner Tipp: Beim unterem der Ringe die Strecke gut beachten, wir sind hier über mehrere Kilometer nur bessere Feldwege gefahren. Eine schöne Tour für Cross-Maschinen, mit ner MT10 und ner Indian doch eher anstrengend wenn es zwischen "Gras in der Mitte" und "Schotterpiste" wechselt, dabei aber durchaus gute Steigungen, Gefälle und fast 180-Grad-Kurve bietet.

The Beacon - fragt sich nur was bei dem Nebel da gesehen werden soll ;)

Aber dafür ist die Umgebung davon schon beeindruckend.

Es geht auch mal ein wenig "Off-Road". Ich bin mir nicht sicher warum die ganzen Street-Enduro so merkwürdig geschaut haben...

 

Tag 6: Ring of Kerry

Nach dem gestrigen Tag mit Nebel, Regen und Cross-Einlagen heute mal ein gemütlicher Tag. Ca. 160 KM mit dem Ring of Karry. Gute Straßen und selbst die kleineren Wege alle gut ausgebaut. Das die Strecke zum Teil "einsam und verlassen" sein soll kann man so nicht sagen, diverse Wanderer, Autos und Pferdekutschen sprechen was anderes. Aber zum Glück waren alle rücksichtsvoll und haben Platz gemacht wann immer es ging so das man grad auf den kleinen Strassen nicht kilometerweit hinter einer Kutscher herfahren musste. Sollten Rennfahrer sich die Strecke überlegen: Es empfiehlt sich (wie überall in Irland) eine gute (Lebens-)Versicherung da natürlich auch hier durchaus mal ein Schaf auf der Strasse rumstehen kann und wird. Mit gemütlichen "erlaubt -10/20%" kamen wir jedoch eigentlich überall recht entspannt durch. Und ganz nebenbei gibt es dann auch für die Wanderer, Radfahrer usw. wenig Grund zur Beschwerde.

Landschaft - einfach ohne Worte! 

Ca. 30 Min später - es bleibt so!

Deshalb heisst es "Single-Road Track". Aber unbedingt empfehlenswert!

Neben kleineren Hügeln gibt es auch wieder Wasser

 

Tag 7: Beara-Ring

So, da heute das Wetter wieder bewölkt (aber trocken) ist geht es dann mal später los. Es sind eh "nur" 160 KM und da das B&B ja für 3 Nächte gebucht ist auch wieder nur mit leichtem Gepäck. Wie es sich gehört geht es natürlich viel am Wasser lang aber auch mal ins Landesinnere mit schönen Kurvenstrecken.

Das gute mit dem Mopped - man kann überall anhalten um einfach mal die Landschaft zu genießen

Es geht auch nicht immer nur gradeaus...

 

Tag 8: Ring of Dingle nach Tralee

Nach den Ringen wird es Zeit den letzen Ring noch mal zu fahren und gleichzeitig auch weiterzuziehen. Ein weiteres Ziel dieser Reise wurde damit erreicht - die 3 Ringe zu fahren. Also geht es jetzt ein wenig ab in den Norden. Man könnte ja auch mal die Hauptstrassen nutzen... oder...

man nutz das gute Wetter und fährt wieder die Single-Roads. Klar was da gewählt wird, oder? Denn Landschaftlich ist es natürlich um einiges besser und man kann wieder anhalten wo man will um auch mal ein paar Bilder zu machen.

Viel verändern es sich wird.... so denn Luke nochmal wiederkommt ;)

Übernachtet wurde dann im Tralee Townhouse mitten in der "Stadt". Und selbstverständlich muss nach einem Tag im Grünen auch gesund gegessen werden

(man beachte den Salat auf dem Tisch!)

Tag 9: Tralee nach Cleggan

Eigentlich war für diesen Tag "nur" eine Tour nach Galway geplant. Wäre auch OK, ca. 300 KM hätten gelangt. Angekommen und mal nach Preisen für ein Zimmer gefragt - bei 120 Euro für B&B und Hotel "nach oben offen" wurde die Tour dann spontan nach Cleggan erweitert. Ca.1,5 Fahrstunden mehr die relativ unspektakulär sind, dafür aber beim Hazelbrook Farmhouse eine richtig nette Unterkunft bekommen. Natürlich durfte der abendliche Besuch in der lokalen Ortskneipe (soviele gibt es hier nicht - ich denke in Worten: Eine!) nicht fehlen. Da wir bei der Suche in Galway bereits beim McDon gegessen hatten ist das Essen auch eher klein ausgefallen. 

Cleggan City - Downtown :D 

 

Tag 10: Cleggan - Sligo

Leider eher bescheidenes Wetter. D.h. im Regen starten. Zwar nicht stark, aber genug um den Spass an der Tour zu verhindern. Also Navi genommen, schnellsten Weg zum Radisson in Sligo eingestellt und feuer frei. Selbst zwischendurch wenn es mal kurz aufhellen wollte - nach wenigen Minuten doch wieder Regen. Daher bei der Abfahrt um 9, 2 kleinen Pausen das Hotel bereits um 13:30 erreicht. Zumindest ein gutes hat es - das Geld für die Heizgriffe am Mopped war eine gute Entscheidung. Leider gibt es aufgrund des Wetters keine Bilder

Tag 11: Ruhetag Sligo

Heute mal nen Ruhetag in Sligo. Nach der Schüttelei bisher sicher auch keine schlechte Idee und das Radisson Hotel lag nahe. Leider nur nahe der Idee eine Pause zu machen, ansonsten weit Weg von der Stadt so das Abends ins Pub gehen eher ausfällt. Man kann halt nur reinfahren und dann bei ner Cola essen. Zur Abwechslung auch mal nicht schlecht. Die kleine Runde heute dann nur kurz am Ben Bulben und am Wasserfall vorbei. Zum Wasserfall kann man wenigstens zum kleinen Teil davon auch recht gut gehen. Auf den Berg rauf oder zum grossen Wasserfall sind es gleich einige Stunden Fussmarsch. Schade, also nur die kleine Touri-Show denn zum weit Laufen bin ich ja dann doch nicht hier.

Ben Bulben: Ca 530 m hoch, aber keine Strasse ;)

Der kleine Wasserfall... Man kann daneben noch einiges hochgehen was aber mit Mopped-Klamotten eher nicht so mein Fall ist.

Tag 12: Sligo - Laytown

Eigentlich war es mal wieder anders geplant. Die Richtung passte zwar, das Wetter bei der Abfahrt Sonnig und angenehm (wenn auch etwas kühl). Also kurz nach 9 aufs Mopped geschwungen und losgefahren. Richtung Nord-Irische Grenze - und je näher die Grenze kam umso dichter wurde die Wolkendecke. Leider ging die Temperatur auch nicht nennenswert über die 11° rüber. Also unterwegs entschieden: Wenn das Wetter leider immer erst ab 12-14 Uhr aufbricht dann macht es wenig Sinn am nächsten Tag noch zu bleiben um nach Norden zurück zu fahren. Also kurz die Fähre umgebucht. Eine Übernachtung in Dublin ist leider auch nicht mehr drin da die Preise hier zwischenzeitlich hochgegangen sind. Unter 180 Euro/Nacht und mehr nix zu holen. Also ca. 50 KM nördlich von Dublin in Laytown gelandet. Hotel/B&B direkt am Strand ist auch eine gute Entschädigung, leider ist Dienstag und Essen am Dienstag scheint hier nicht besonders bekannt zu sein. Einziges Pub mit Essen ca. 2 KM entfernt, aber OK. Die offene See entschädigt halt für vieles. Und alles im allen eine schöne Tour, könnte schlimmer kommen!

Ben Bulben noch mal komplett - da aber über Nacht keine Strasse auf das Hochplateu gebaut wurde immer noch kein Besuch ;)

Hotel direkt mit Strandlage - kann man auch machen. Ok, für nen Strandurlaub wäre Irland jetzt nicht meine erste Wahl, aber...

es gibt durchaus schöne Bilder!

Fazit

Es lohnt auf jeden Fall den Weg nach Irland. Was ich jedoch anders machen würde wäre ggf. auf der Hinfahrt 1 Tag mehr in England um auch dort nicht nur die Autobahnen fahren zu müssen. Ansonsten in jedem Fall die kleinen Strassen bevorzugt fahren da es einfach mehr Spass bringt und im Zweifel das Navi einen eh wieder auf Kurs bringt. Grundlegend gilt - wie in England auch - das je mehr Zahlen die Strasse hat umso kleiner wird die. Strassen mit 1 oder 2 Zahlen drin sind idR. sehr gut ausgebaute Bundesstrassen, Strassen mit 5 Zahlen drin können vom Single-Road bis hin zum Feldweg so ziemlich alles sein. Aber da es auf dieser Tour nicht nötig war auch nur einmal umzudrehen weil es wirklich nicht mehr ging sollte es wohl auch keine Probleme geben.